Kapstadt unfiltered - zwischen Traumkulisse und Realität
Shownotes
Der Tafelberg, das Meer und eine Menge schöner Häuser – so sieht Kapstadt für uns aus. Und ich sage bewusst uns, denn wir sind nicht die Norm in einem Land, das mit weit mehr als nur Inflation zu kämpfen hat. Wir, das sind Europäer mit Geld, die sich in den schönsten Gegenden einen Urlaub gönnen oder sich dauerhaft dorthin ziehen lassen.
Die Realität aber ist hart und alles andere als schön. Nach der Apartheid 1994 hat sich vieles verändert, aber längst nicht genug von dem, was die Menschen dort verdient hätten.
Unsere Freundschaft mit Ashley, einem Strandverkäufer, hat uns gezeigt, wie viel wir noch verstehen müssen – und wie wenig wir eigentlich wissen. Wir widmen diese Folge ihm, denn er hat auch uns gezeigt, worauf es wirklich ankommt. Und wir durften mithelfen, damit er wieder ein Stück mehr an sich glaubt und niemals aufhört zu kämpfen.
Viel Spaß beim Zuhören!
Kapitel: 00:00:00 Ankommen in Kapstadt – Schönheit und Kontraste 00:03:00 Die Begegnung mit Ashley 00:06:00 Zuhören statt vorbeigehen 00:09:00 Alltag am Strand – Überleben statt Urlaub 00:13:00 Apartheid – erklärt von jemandem, der sie erlebt hat 00:17:00 Nach 1994: Freiheit, Euphorie und die bunten Häuser 00:20:00 Townships, Armut und keine Mittelschicht 00:23:00 Ashleys persönlicher Kampf 00:26:00 Kleine Gesten, große Wirkung 00:29:00 Unsere wichtigste Erkenntnis
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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge!
00:00:24: Und ich muss mich gleich entschuldigen. Das erste Mal hat es eine Pause gegeben. Seit eineinhalb Jahren sind wir das jetzt wieder so intensiv machen. Und zwar ist es der Reiserei geschuldet. Wir sind am Montag, ähm, zurückgeflogen, haben einen Podcast noch aufgenommen, haben uns extra ein Studio gemietet oder so ein Séparée, so einen Raum, einen Raum am Flughafen.
00:00:42: Und dann war aber relativ schnell Boarding und dann haben wir wieder mal ein bisschen geschusselt und dann ist das alles nicht so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. Jetzt haben wir den Podcast offensichtlich nicht gelauncht und dann war schon der Dienstag und dann war ich wieder auf Reisen. Das heißt, deshalb heute in alter Manier, holen wir das nach und ich könnte mir niemand Besseren an meiner Seite vorstellen als die Person, mit der ich die letzten vier Wochen in Südafrika verbringen durfte.
00:01:04: Eine ganz, ganz, ganz besondere Zeit auch für den Georg und für mich. Und deshalb freut es mich jetzt umso mehr, dass wir, ja, ein bisschen plaudern und über eine Begegnung sprechen, die uns beide schon auch geprägt hat. Herzlich willkommen, Georg! Erst einmal. Telefon lädt, aber das macht nichts. Ja, wie immer.
00:01:19: Du, es kann, es muss ja so sein, dass dein Handy- Aufladen. -läutet. Alles gut. Das ist entweder ein Wecker oder, oder jemand will los von dir. So ist es. So ist halt, das ist halt die Realität. Ja, nein, Kapstadt, das war eine wunderschöne Stadt, eine wunderschöne Zeit.
00:01:35: Wir waren ja schon zweimal davor dort, aber dieses Jahr hat, finde ich, diese eine Begegnung, die du kurz schon angesprochen hast, das Ganze noch mal, noch mal schöner gemacht, irgendwie noch besonders, mehr besonders gemacht, was eh schon ist. Und das war, ähm, am Strand haben wir den kennengelernt. Eigentlich eh schon immer wieder gesehen, wie vorbeigegangen ist.
00:01:52: Haben uns immer wieder gedacht: "Hey, der schaut eigentlich, frei so er tritt aus", gell, sagt man, äh, im Pongau. Also ein cooler Kerl, irgendwie total charismatischer, haben aber nie, nie mit ihm geredet, so richtig. Vielleicht einmal was gekauft, aber- Man muss also sagen, Jahre davor haben wir schon gesagt, also nicht nur heuer, sondern wir sind jetzt das dritte Mal unten und beim allerersten Jahr war es, und dann haben wir am Strand gelegen und gesagt: aus wie der Jamie Fox".
00:02:14: Weil er einfach, wie du sagst, fesch war. Aber wir haben nie so richtig mit ihm reden können, weil wir die Zeit auch nicht gehabt haben. Und dieses Jahr war so weit. Ja, genau, so ist es. Ähm, er ist dann vorbeigekommen und dann hat er irgendwie so ein getunftes Hemd angehabt, so ein weißes, und so einen Hut hat er mir auf und coole Sonnenbrillen.
00:02:31: habe ich gesagt: "Hey, dass er irgendwie cool ausschaut, immer. Wie kommt's so?" Also, also weiß er nicht. Haben einfach irgendwie so ihm ein Kompliment gegeben und hat er sich so gefreut. gesagt: "Hey, das ist richtig cool." Ähm, dann haben wir kurz mit ihm geredet, wir beide, haben wir irgendwas abgekauft, ein Getränk und dann hat er richtig gesagt, so nach einer Viertelstunde mit uns geredet hat, eh schon viel länger, als er, glaube ich, geplant hat.
00:02:53: Dann hat gesagt: "Hey, you gave me a boost, guys, you gave me a boost today." Ähm, nur weil wir ihm, ähm, Aufmerksamkeit geschenkt haben. Und so ist das dann weitergegangen. Voll, und ich glaube, das ist einmal das Erste, was man, und es ist immer wichtig, dass man die Podcast, äh, alle, die jetzt zuhören, was mitgeben.
00:03:08: Und ich glaube, wir haben immer in jedem Urlaub oder überall, wo wir sind, haben wir immer besondere Begegnungen, weil wir den Menschen einfach auch zuhören und eine gute Zeit, ähm, geben oder die Zeit, was wir Leuten schenken, egal wer man ist, wir bemühen uns einfach. Und das ist nicht irgendwie aufgesetzt bei uns, sondern ich will dann wirklich die Geschichten auch von den Menschen, ähm, erfahren oder halt einfach, ja, ähm, dem zuhören und einfach ein gutes Gefühl geben.
00:03:34: Weil man muss schon sagen, am Strand, wir erzählen jetzt dann auch ein bisschen über die Geschichte vom Ashley, aber am Strand, da sind schon wilde Gestalten unterwegs, muss man sagen. Also mit jedem willst du jetzt da nicht unbedingt, ähm, ewig lang reden, aber in Wahrheit kämpfen die alle ums Überleben und in Wahrheit geben die jeden Tag alles, laufen mit, das muss man sich so vorstellen, mit zwei fette, so ähm- Kühlboxen.
00:03:54: -Kühlboxen herum, die bis zum Rand voll sind, mit Eis, mit Getränken, mit Ice Cream, also nicht nur Ice Cubes, sondern Ice Cream. Die sind scheiß schwer und die rennen dort teilweise am Kliften eins bis vier. Das sind so Abschnitte in, in Dings bis runter nach Campsie. Also, die gehen jeden Tag etliche Schritte, in der Hoffnung, dass sie halt ein bisschen Geld verdienen und von dem Geld müssen sie dann auch noch einen Teil abgeben.
00:04:16: Also über das können wir dann auch noch erzählen, wie das System da so ein bisschen läuft. Und umso cooler ist es dann, und das ist bisschen uns der Ashley aufgefallen, weil da sind sehr viele Gangs, da sehr viel Drugs sind da im Spiel. Du merkst da, die Leute haben dann teilweise die Verkäufer nur einen Zahn und dann haben wir auch gefragt: "Warum haben die keine Zähne?" Ja, zum Teil Drogen, zum Teil aber auch Zeug, das macht, wenn man, ähm, sich die Zähne rausreißt, weil das zeugt so ein bisschen Furcht, hat man dann auch von der anderen Person einen Respekt.
00:04:40: Und ja, das ist wirklich wild. Aber wir wollten halt einfach voll viel wissen über das Land, über sein Upbringing und so sind wir halt. Und das ist halt geil, wenn du einen Monat dort bist und wir haben relativ schnell mit ihm zum Reden angefangen, haben wir so viel von den Menschen erfahren. Und das ist etwas, was wir wirklich alle mitgeben können, die jetzt da uns zuhören, dass man einfach auch manchmal aus seiner Bubble rausgeht, egal wo man ist, und mit Menschen sich unterhält.
00:05:03: Und zwar wirklich und nicht nur: "Hey, wie geht's dir?" Sondern auch die Geschichte von den Menschen erfährt. Weil ich sage euch eins: Das erweitert immer euren Horizont. Das ist einfach so. Ja, gebe ich dir recht. Und wenn ihr nicht danach ist, dann fangt sie gar nicht damit an. Ähm, nur wenn ihr wirklich ein ernsthaftes Interesse habt, äh, vielleicht mehr über, über auch den Ort zu erfahren, wo ihr seid, wo ihr unterwegs seid.
00:05:26: Ich kann mich erinnern, früher hat mich das auch nicht immer interessiert, ähm, aber in einem Land wie Südafrika, mit der Geschichte, die du immer wieder hörst oder, oder dann gibt's Verfilmungen über Nelson Mandela. Du hörst den Namen einfach immer wieder, dass das ein unglaublich imposanter, besonderer Mensch war. Und dann fragt man halt jemand vor Ort wirklich: "Wie war das eigentlich?
00:05:45: Wie, wie denkst du darüber? Was, wie ist das Leben hier?" Weil du kriegst ja trotzdem eher gefilterte Dinge. Ja, du, wenn jetzt jemand wie uns oder wie wir, der dort einfach unterwegs ist und ein bisschen was mitkriegt, dann drüber redet, ist das was anderes als jemand, der da wirklich geboren ist, der über Generationen wirklich-...
00:06:02: von dort ist, der kann das ja ganz anders dann uns wieder erklären. Und wir haben da gar keinen Geniere gehabt zu ihm, weil wir auch gemerkt haben, er redet gern mit uns drüber. Und no judgement. ich glaub, das ist ganz wichtig, weil wir haben natürlich unter Anführungszeichen blöde Fragen gestellt, unter Anführungszeichen, wo ich immer oft voll schwer, wenn ich jetzt da jemanden frag, dann ist das gleich so ein bissl negativ behaftet.
00:06:22: So quasi: Warum weißt du das nicht? Oder das solltest du schon wissen. Und ich hab mich aber überhaupt nicht schlecht gefühlt, weil er war wie so, er hat immer gesagt: "I'm the teacher and you are my students." Und das war so erfrischend, weil da war die Anni Kano da und wir haben einfach alles gefragt. Und ich hab zum Beispiel auch gefragt: "Wie war das damals mit der Apartheid?" Weil du kriegst das natürlich mit und wir lernen das auch.
00:06:40: Aber wie krass das war, hey, ohne Scheiß, das kannst du eh besser erzählen. Wie das dann war, da ist einfach eine Regierung komme, gekommen, die dann einfach gesagt haben: "So, und ab morgen oder jetzt ist es dann so." Und das war richtig krass, weil erzähl mal die Geschichte mit dem Haus von seine Eltern.
00:06:57: Also der Ashley, den seine Eltern, sein Vater und seine, seine Mama, die haben sich eigentlich erst überhaupt durch die Apartheid kennengelernt. Ähm, in dem Sinn ist eh ganz, ganz schräg. Also schon mal vorweggenommen hat sein Vater, obwohl das alles passiert ist, ihnen alles weggenommen haben. Er wurde quasi versetzt.
00:07:14: Er hatte ein, ein gutes Haus gehabt, in einer guten Gegend und musste dann von heute auf morgen, ähm, das Haus räumen. Für Weiße? Für Weiße, genau. Die haben gesagt: "Hey, wir brauchen jetzt dein Haus. Entweder du gehst oder wir kommen morgen mit Bulldozer und fahren da drüber oder wir zerren dich mit Gewalt da raus." Und das haben die wirklich gemacht.
00:07:31: Und ähm, ihnen ist dann nichts anderes übergeblieben, als, als wegzuziehen, wegzugehen. Weg aus der schönen Gegend in eine schlechtere Gegend, weg aus dem schönen Haus, in eine kleine Wohnung. Und ähm, und trotz alledem, dieser Unterdrückung und so weiter, der Rassentrennung, äh, schwarz-weiß, hat sein Vater gesagt: "Das Schönste an der Apartheid war, dass er seine Mama kennengelernt von Ashley." Und das total-- also das sieht dann, da siehst du mal wieder, wie, wie Boden, oder, oder ich sag mal, wie viel Macht so was hat, wie, wie schön Liebe sein kann auch und jemanden kennenzulernen, obwohl die Umstände so, so schlimm sind und trotzdem das Schöne zu sehen.
00:08:11: Meistens sieht man ja das Schlechte. Wir sehen eher gleich einmal eher das, das Schlechtere oder das Negative, aber er hat immer das, das Schöne gesehen. So hat er immer über seinen Vater geredet, der Ashley. Ähm, da kamen die, die Bures, so nennt man das, Bures sind Bauern, so sagt man das. Und, und das waren eigentlich die, die begonnen haben, damals, wie sie, wie sie, wie die Partei an die Macht kam, äh, gesagt ha, gesagt haben, von heute auf morgen: "Okay, so ist das jetzt.
00:08:35: Es gibt Rassentrennung, es gibt jetzt erste Klasse und es gibt dritte Klasse. Wenn du nicht weiß bist, dann kommst du in die dritte Klasse. Wenn du was so dazwischen bist, äh, dann kann's sein, dass du vorne mitfahren darfst oder nicht." Deswegen ist auch die Mama vom Ashley, sie war nicht, ähm, so dunkel wie jetzt sein Vater.
00:08:51: Er hat's so beschrieben und da muss man gleich vorweg sagen, ob-- wir wissen nicht, ob das bei uns jetzt in Europa politisch so korrekt ist. Wir können nur das zitieren und dann bitte da nicht besser auf uns, sondern wir wollen auch ja das Wissen wiedergeben. Und er hat's uns so erklärt: Er, also sein Papa war black, seine Mama war colored und dann hat's weiß geben.
00:09:08: Und als colored Person hast du andere Privilegien gehabt als wir als black Person. Zum Beispiel seine Mama hat schon in Restaurants gehen dürfen, wo aber der Papa nicht rein hat dürfen. Also das, das, auch das war, ähm, geregelt. Also seine Mama hat manchmal mit, mit, mit dem Bus, und das muss man sich mal vorstellen, da ist einfach die Regierung gekommen und hat gesagt: "So, ab sofort sitzen die Weißen vorne, die Schwarzen hinten." Die Schwarzen durften nicht ins Meer gehen, weil die V-- es hat immer geheißen, wenn die ins Meer gehen, dann wird das Meer verschmutzt.
00:09:33: Also wie krass ist das? Seine Mama wiederum hat andere Sachen dürfen, was aber sein Papa nicht dürfen hat. Und ähm, das hat uns auch erklärt und das hab ich auch nicht gewusst. Und diesen Unterschied gibt's immer noch. Ja. Es gibt vor Ort immer noch den Unterschied zwischen weiß, colored and black. So hat's er uns erklärt. Genau, und auch diesen Wortlaut.
00:09:49: Immer wir haben gesagt: "Hey, aber sagt man das so?" Er so: "Ja, es gibt die Blacks, es gibt die Colored, er ist ein Colored, und es gibt die Whites." Und so wurde das ganz streng getrennt und total surreal, weil es eigentlich noch nicht so lange her ist. Und, äh, in dieser Zeit der Unterdrückung, ähm, kann man sich gar nicht vorstellen und, und ausmalen, wie, wie, ähm, demütigend und wie erniedrigend das war, einfach für viel, viel Menschen dort in diesem Land.
00:10:14: Äh, in einem Land, wo der weiße Mann kam und, und sich die Bodenschätze genommen hat und einfach das Land besetzt hat. Und im Grunde war es nur eine Zwischenstation nach Indien, wo die Holländer ähm, auf dem Weg waren. Und dann hat uns auch eine, eine Geschichte erzählt, wieso es aus Holland, äh, Bricks gibt, also auf den Straßen, am Boden.
00:10:33: Was sind Bricks? Am, am, am, äh, Pflastersteine. Pflastersteine, genau. Und dann, äh, hat er gesagt: "Ja, damals haben sie eben aus Holland über Indien Dinge zwischengelagert beziehungsweise mussten das Schiff schwerer Schwerer machen. Mit den Bricks?
00:10:49: Genau, mit den Bricks. Hatten aber dann vor Ort Ware, die sie eingeladen haben und da waren die Bricks eben vor Ort. Und dann haben sie gesagt: "Okay, wir, wir bauen jetzt mit diesen Bricks Straßen in Südafrika" und deswegen gibt's jetzt solche Steine in Südafrika. Also total wirre. Dann kamen ja auch noch die, die Briten ins Spiel.
00:11:05: Die haben sich dann auch bekriegt. Ähm, die, die Einwohner dort natürlich auch. Haben auch nicht gesagt: "Hey, wir gehen jetzt freiwillig weg." Also ist total, äh, umfangreiche Geschichte, aber ich finde, Ashley war auch dafür verantwortlich, dass ich mich dafür interessiert habe. Richtig, wie war das eigentlich und was ist '94 passiert?
00:11:23: Und '94 ist dann das passiert, dass eigentlich die Apartheid abgeschaffen wurde und ähm, dann, die es dazu geführt hat, also ich sage jetzt abgeschaffen, bewusst unter Anführungszeichen und am Anfang war das ähnlich wie bei der, beim Mauerfall eine extreme Euphorie. Und daher kommen auch die bunten Häuser zum Beispiel, die man immer wieder auf Instagram sieht.
00:11:41: Ähm, das ist ein Ausdruck der Freiheit, ein Ausdruck der: Wir können jetzt machen, was wir wollen, deshalb streichen wir die Häuser mal komplett bunt. Und ähm, das ist ja das, wo dann viele Instagrammer unter Anführungszeichen oder, oder Content Creator innen, da sieht man's halt immer wieder, die bunten Häuser fotografieren, aber keiner eigentlich erklärt, warum die so sind. Und das war halt deren Ausdruck, eben zu sagen: "Hey, jetzt scheißen wir uns nichts, wir machen die Häuser jetzt fuchsteufelswild bunt." Und am Anfang war natürlich die Euphorie noch groß.
00:12:03: Das hat er erzählt. Ich glaube, der Ashley hat das sogar noch miterlebt. Er war da in der Schule... Und hat er nicht erzählt, dass er dann das erste Mal mit achtzehn oder neunzehn in ein Restaurant gegangen ist?... irgendwas er erzählt, glaube ich. Wo das erste Mal mit einem Weißen geredet hat. Stimmt! Das war das erste Mal nach der Apartheid. Stimmt.
00:12:18: Also er ist quasi da aufgewachsen während der Zeit. Und er war halt-- ja genau, er war so neunzehn, zwanzig, einundzwanzig. junger Erwachsener hat das zum ersten Mal mit einem weißen Menschen geredet, weil die so weggehalten wurden von diesen schönen Orten. Siehe, wo wir hinfahren.
00:12:34: Wo die Europäer, die Amerikaner, all die Leute, die Geld haben, fahren in diese schönen Gegenden. Von dort wurden dann aber die Ungewollten wegmanövriert. Und da, das ist Sea Point, das ist Clifton, das ist- Camps Bay. Camps Bay. So, deswegen ist es so, wie es ist.
00:12:50: Und über das wird halt leider viel zu wenig gesprochen. Man muss sagen, wir haben uns natürlich alle in einer Bubble befunden. Und weil ich immer wieder gehört habe: „Ist das sicher? Ist das das? Ist das das?" Ähm, natürlich schaut, wird geschaut vor Ort, dass die, dass diese Bubble sicher ist. Aber wenn ich zum Beispiel-- wir sind jeden Tag vom Strand nach Hause spaziert und wir sind spaziert in unser Apartment.
00:13:08: Front Row, Sea View, wunderschön. Aber ich weiß, wie ich auf der Terrasse gesessen bin und ums Eck geschaut habe, waren so Steine. Und Südafrika ist ja bekannt für diese großen, runden Steine. Und in diese Steine, in diese Felsen wohnen Menschen. Und aber nicht wohnen unter Anführungszeichen. Die, das ist und das ist einfach stone throw.
00:13:25: Das sind zehn Meter von dem, wo ich wohne. Man muss halt einfach auch sagen und das hat uns der Ashley dann auch erklärt, dass die Armut extrem ist. Die, die Leute kommen dann von den Felsen raus, holen sich irgendeine Thermobox, die offiziell gar nicht ihrer ist. Das haben nämlich auch oft beobachtet, dass die dann einfach, ähm, Kohle machen wollen.
00:13:40: Logischerweise auch die Jungen und dann eine Box haben ohne Permit, weil es wird nämlich alles auch streng kontrolliert, dass du ja zugelassen bist, dass du das auch verkaufen darfst, sich dann wiederum, leider Gottes, ist so ganz oft, den Drogenkonsum, ähm, zu finanzieren. Man muss aber sagen, die Regierung macht's schon immer wieder und schaut schon immer wieder, dass, ähm, das kontrolliert wird und so weiter.
00:14:01: Die schon und das ist jetzt auch nicht am Strand gefährlich, by all means. Aber man muss einfach ganz, ganz, ganz klar, ganz klar sagen, dass Reich und Arm... Es gibt keine Mittelschicht. Das ist so eng, das clasht komplett. Ja, auf jeden Fall.
00:14:18: Und du, du siehst ja auch auf dieser, auf dieser Victoria Road, so heißt die Straße, die so richtig an den Klippen entlanggeht. Da fahren ja auch die teuersten Autos. Also da kommst du manchmal vor, du bist in London oder in Miami irgendwo, wo dann der McLaren und, äh- Lamborghini. der Lamborghini rumfährt.
00:14:34: Ähm, gibt's auch. Äh, und auf der anderen Seite wohnen die Menschen den Steinen drin, haben aber auch keine, keine Zukunft. Und auf dem Weg, wir haben auch eine Weintour gemacht und ich finde, die Weintour, das Interessante ist an der Weintour nicht der Wein, sondern die Fahrt dahin und die Fahrt zurück- Mit unserem Oliver, unserem Guide, der, ähm, auch ein Colored, äh, ist und auch, ich glaube, vielleicht ein bisschen älter ist als Ashley oder ähnlich, ich weiß gar nicht.
00:14:57: Aber der auch wieder ein paar Dinge uns erzählt haben, die wir so nicht gewusst haben. Wir sind auch auf dem Weg, äh, an den größten Townships vorbeigefahren. Also wirklich, du fährst an der, an der, ich glaube, die N2 ist das, entlang und dann hast du rechts und links kilometerlang- Wie lang hat er gesagt?
00:15:13: Kilometerlang. Das ist nicht zehn Kilometer, das sind zwanzig Kilometer. Nein, glaube, zweiunddreißig Kilometer. Irgend so was. Also was komplett Verrücktes. Wirklich Townships und Townships, das sind Blechhütten. Das sind einfach nur Blechhütten mit oben, äh, siehst du die Satelliten drauf, dass die sich irgendwie was, was anschauen können oder keine Ahnung was.
00:15:31: Und dort gibt's keine wirklichen Regeln. Also dort wird essen oder gegessen werden, blöd gesagt. Auge Auge. Da ist die Kriminalität extrem hoch. Du kommst auch fast unmöglich da raus. Und das ist halt das, was wir uns, glaube ich, immer wieder bewusst sein muss. Auch jetzt für alle, die jetzt wieder da uns, äh, zuhören, wie privilegiert wir sind, dass wir da aufgewachsen sind, dass das entschieden worden ist von irgendwen, dass wir in Österreich groß werden.
00:15:54: Weil die Leute, die haben nur ganz schwer Chance. Und beim Ashley war es auch so, die haben dann zwar, die sind relocated worden, ähm, in nicht so geile Area. Natürlich, logischerweise davor, das war ganz normal. Es ist, wie wenn du jetzt im ersten Bezirk wohnst oder im siebzehnten, was weiß ich, und dann wirst, dann wird im dreiundzwanzigsten draußen, ich sage jetzt irgendwas, ähm, a eigene Siedlung gegründet.
00:16:13: Mit, mit ... und natürlich passiert dann viel, denen ist ja alles weggenommen worden. Und, ähm, was arg ist, der Ashley und ich glaube, das müssen wir auch zu seiner Person sagen, der hat dann einen, einen eigentlich einen recht ordentlichen Beruf gehabt, war Salesman, Car Salesman, also hat Autos verkauft und dann ist Corona gekommen und dann ist ihm alles weggenommen worden.
00:16:30: Und das heißt, er hat dann quasi von einem halbwegs Haus, der hat vier Kinder, ein Kind davon ist auch behindert, das Jüngste, ähm, sie relocaten müssen wieder und, und hat alles verloren in Wahrheit und wohnt jetzt dann bei, ähm, in einem Hinterhaus quasi von ähm, Schwarzen sind das, glaube ich, gell?
00:16:48: glaube, das sind Blacks oder genau. Genau, der erzählt und die-- das ist so arg, weil die haben sich relocated damals. Ähm, ähm, ähm, ähm, also die haben dann quasi, wie die Apartheid gefallen ist, haben die dann ein Haus gekriegt. Die zahlen keine Miete, nur Betriebskosten und er muss aber jetzt denen a Miete zahlen, dass er hinten in der Holzscheune mit seinen vier Kindern wohnen darf.
00:17:07: Und manchmal muss er auch noch die Electricity Bill zahlen, weil sie kein Geld haben, weil die nicht-- die arbeiten nichts. Die sind daheim und arbeiten halt nichts. In dem Fall jetzt, das hat er uns nur erzählt. Ja. Ähm, und, ähm, hat quasi jetzt dann, muss wieder von ganz unten anfangen, hat aber diesen Willen und hat diesen Ansporn, selbst mit zweiundfünfzig Jahren, dass er sagt: Okay, er will seinen Kindern alles bieten.
00:17:25: Er will nicht, dass seine Kinder, die gehen nicht raus, sie spielen, weil die Gegend nicht zum Spielen ist. Das ist nicht so, da geht er raus in die Siedlung und dann da mal fusseln oder irgendwie Karten spielen, sondern seine Kinder sind nur drinnen. Und das ist auch eine klare Ansage, dass die nur drin sind, weil dann passiert genau das, was er eigentlich nicht will, dass die da mit denen...
00:17:41: Und deshalb gibt er alles und hat teilweise drei, vier Jobs gleichzeitig, ähm, und geht jeden Tag, steht sechs Uhr auf, fährt zwei Stunden oder fünf, fährt zwei Stunden zu seinem Malerjob, malt dann den ganzen Tag dort painten, geht zwei am Nachmittag, packt er seine Sachen, fährt wieder mit dem Taxi. Die haben ja kein Auto.
00:17:56: Wieder eineinhalb Stunden am Strand, ähm, verkauft da Getränke bis sechs, sieben, acht Uhr auf die Nacht, fährt wieder zwei Stunden heim und kommt elf völlig zerstört und hinüber heim. Und, und die, diese Uhr spielt sich jeden Tag ab. Und das ist so arg, weil da denke ich mir dann immer wieder, wie arg, wie gut geht's uns und wie arg das ist.
00:18:15: Der will das so mit Biegen und Brechen und muss alles dafür geben, ähm-... Und es ist nicht einfach. Es ist, er ist nicht einmal versichert bei seiner Arbeit. Der ist nicht mal versichert. Der hat, der kann nicht sagen: Hey, wenn irgendwas passiert. Das Gesundheitssystem, hat gesagt, ist gut.
00:18:31: Also er ist schon gecovert. Er muss halt drei in der Früh vor das Krankenhaus liegen oder vorm Arzt hinsetzen, damit er dann in der Früh gleich mal drankommt. Also das hat er gesagt, das ist super. Aber trotzdem, er ist, er kriegt am Tag in der Woche dreihundert Rand, gell? Dreihundertfünfzig. Dreihundertfünfzig Rand in der Woche.
00:18:46: Das sind? Das sind- zwölf Euro? Nein. Warte mal, viel das denn? Fünfundsiebzig. Dreihundertfünfzig. Warte mal. Ich weiß wieder nicht. Dreihundertfünfzig. Nein, stimmt. Jetzt warte mal. Vierhundert Rand sind zwanzig Euro, also weniger als, weniger als zwanzig oder siebzehn Euro.
00:19:05: Ja, wie ich gesagt hab. Kriegt in der Woche siebzehn Euro und muss tausendfünfhundert Rand Miete zahlen aber an die einen, die wollen, denen das Haus gehört für diese Scheune. Ja, dann könnt euch ja ausrechnen, wie sich das ausgeht. Und das ist halt richtig, richtig krass. Das heißt, wenn der nicht diese ganzen anderen Jobs hätte, was er nebenbei hat, dann könnte er niemals überleben.
00:19:24: Und der, wie gesagt, der hat ein behindertes Kind, der hat zwei Söhne und die Tochter, die zweiundzwanzigjährige, die hilft halt voll mit daheim. Ähm, aber dem wird halt alles extrem, extrem, extrem schwer gemacht. Das ist halt einfach so. Das stimmt. Sieh mal die Relation. Ich glaube, viele von uns haben vielleicht auch eine schwere Zeit gehabt in Corona und mussten daheim bleiben und haben solche Mal wieder normal ins Leben gefunden.
00:19:48: Oder von mir aus war dann das Geschäft sehr schlecht oder es, es mag schon sein, dass wir Probleme hatten, aber die Menschen dort, wenn du das hörst, der musste ausziehen von seiner Wohnung, der hat, der kämpft jetzt ums, wirklich ums Überleben. Das ist Wahnsinn, was für, was für Auswirkungen Corona dann auf solche Menschen hatte, die wirklich...
00:20:08: Ja, quasi fast auf der Straße landen. Und das ist nicht nur so gesagt, sondern du, du redest mit ihm und trotz alledem ist er so ein, so ein positiver Mensch, so ein, ein guter Listener auch. Weißt eh, er hat das total geschätzt, dass wir einfach und da, der kann auch so viel von Karin dann auch mitnehmen konnte, weil sie ihm einfach so ein paar Sachen einfach mit ans Herz genommen, gelegt hat.
00:20:30: So quasi, dass, dass er weitermachen soll, dass er sich glauben soll, dass wir finden, dass er von seiner Art her-- ich habe immer gesagt, ich würde ihm alles abkaufen auf der Welt und das hat ihm so Freude bereitet, weil das ist ein Kompliment für ihn, weil er ein Salesman ist, weil, weil er früher hat er Autos verkauft und jetzt verkauft er Sachen am Strand.
00:20:47: Man muss auch Und das war so schön. Man muss auch sagen, sorry, dass unterbreche, das darf man nicht außen vor lassen. Er hat sich halt voll die Schuld gegeben, weil er hat ja damals den Job verloren als Salesman, ähm, dass seine Familie, dass er eigentlich schuld ist, dass er, dass sie jetzt wieder da wohnen, wo sie wohnen, in dieser Scheune, weil sie eben schon halbwegs normal wieder gewohnt haben und sie dru, zurückgekämpft haben nach der Apartheid oder wie sie es halt dann kennengelernt haben.
00:21:07: Das heißt, du musst ja so sagen, die haben sich ja alles wiedererarbeiten müssen. Die sind in kein System hineingefallen, wo Schule, bababa, Job, Sicherheit, sondern der hat sich ja alles erarbeiten müssen, ähm, nach der Schule und, und dann ist da das alles weggenommen worden. Das heißt, er hat gesagt, er hat sich voll verantwortlich gefühlt und deshalb, ähm, ja, hat er jeden Tag eigentlich, will das wieder gut machen, seinen Fehler, was er gemacht hat.
00:21:28: Und er hat ja gar keinen Fehler gemacht, weil nichts dafür können, dass er seinen Job verpasst, verloren hat. Und ja, und das hat mich einfach voll berührt, weil ich dann gesagt habe: "Ashley, du kannst dich nicht für alles blamen, für was, was du nicht in der Hand hast. Du kannst nur jetzt dann die Wahl treffen, dass du sagst: Hey, du nimmst dich dem an" und das tut er ja auch.
00:21:45: Und, und, und, und, ja, und ich glaube, für ihn ist es auch voll wichtig, dass ihm auch jemand wirklich zuhört. Und wir haben ihm so zugehört und am letzten Tag hat uns geschrieben dann: "You guys gave me back the faith." Restored my faith. "I gonna restored my faith." Also wieder das Vertrauen in sich selbst haben wir wieder gegeben.
00:22:01: Und ich mein, wir waren so gerührt. Also wir sind da vom Strand losgegangen am letzten Tag, wo wir uns verabschiedet haben und haben uns gedacht: Hey, das ist so besonders. Und natürlich haben wir ihm was Gutes getan und haben das natürlich nicht auf Instagram gepostet. Das ist, spielt ja überhaupt keine Rolle, was wir ihm gegeben haben. Aber eine Sache möchte ich mit euch teilen, weil das war richtig cool.
00:22:19: Wir sind zu Zara gegangen und haben ihm dann ein paar Outfits gekauft, weil er immer so check, lässig dahergekommen ist. Und jeden Tag kriege ich jetzt Outfit-Bild. Heute hat er mal schon wieder geschrieben. hat geschrieben: "Hey Guys, I'm getting so many compliments for my outfits" und so. Und wir haben ihm dann paar Looks ... wir haben nämlich gefragt, ob er Zara kennt. Hat er gesagt, er kennt Zara und er hat ein Hemd von Zara, aber das hat er nur deshalb, weil er es an einem Strand gefunden hat.
00:22:41: Ähm, das irgendwer vergessen und dann hat er es halt mit heim genommen. Und er sagt immer: "Wenn die Leute den ganzen Tag das liegen lassen und irgendwann liegt's am Abend immer noch da, wenn neun seine letzte Runde geht, dann gehört es ihm. Dann nimmt er es mit, weil dann haben sie es eh vergessen. Und natürlich, den Leuten ist ja alles wurscht ähm, oder viel halt. Und dann hat er es halt reinpackt und dann haben wir uns gedacht, wir gehen zum Zara und dann haben wir ihm das geschenkt und er trägt das jeden Tag mit einer ...
00:23:00: Ich sag's euch, ähm, wir haben es ihm am Vor-- er ist dann zweiundfünfzig geworden und zum Geburtstag haben wir ihm Waterdrop-Flasche geschenkt, weil immer nur Scheiß trinkt. Und dann haben wir gesagt: "Okay, trink lieber einen Turbo Boost statt, statt a Red Bull oder so ein billiges Red Bull." So ein krassener Energy Drink. Dann haben wir ihm das gegeben und dann am vorletzten Tag hat das gewonnen und dann, ähm, ist er gekommen ums Eck und er ist mit so viel Selbstbewusstsein und Dankbarkeit ums Eck gekommen.
00:23:24: Und es war so unfassbar schön. Leute, das ist genau das, was einen Unterschied macht, wenn man einfach sagt: Hey, man nimmt sich andere Menschen auch mal an. Wisst, wir sind oft so, im Englischen sagt man: caught up in our own world. Es geht immer nur uns und wir schauen gar nicht mehr uns herum so.
00:23:41: Und das ist so schade, das darf nicht verloren gehen. Und diese Begegnung hat diesen Urlaub so besonders gemacht oder diese Zeit in Kapstadt. Ähm, und darum geht's, ja, dass man was übers Land erfährt, dass man sagt: Hey, und natürlich dann wiederum euch das weitergibt und sagt: Okay, schaut das einmal an.
00:23:57: Kapstadt ist schön, aber Kapstadt ist so viel mehr als wie, ähm, a Workup, bei Movement Lab, wo ich war und, ähm, jeden Tag laufen. Mi, ich habe zum Beispiel beim Laufen gesehen, das sind immer montags hat immer der Müll abgeholt und dann sind da die ganzen homeless Person oder People herum gewesen und haben die ganzen Dosen herausgesucht von die, von die Mülltonnen.
00:24:17: Und dann habe ich immer, immer gedacht, ja, die Dosen haben ja kein Pfand. Und dann hat uns der Ashley erzählt-... Die tun das, dann schrumpfen die die Dosen, die sind dann ganz klein, so ganz klein runtergestampft und dann bringen die das quasi in so a Recyclingfirma-Geschichte, so a Metallfirma und ein Kilo Dosen und da musst du einen Haufen Dosen sammeln, kriegst du dafür zehn Rand.
00:24:39: Zehn Rand, das sind fünf- Fünfzig Cent. fünfzig Cent! Und die müssen jeden Tag da hingehen und diese Mülltonnen ausräumen bis zum, bis zum Boden. Und wenn sie außerhalb fahren, außerhalb gibt es noch eine, a andere Factory, da kriegen sie dann dreißig Rand dafür.
00:24:55: Das ist a bissl mehr Geld, ein Euro fünfzig, aber das können sich die wenigsten leisten, weil sie halt da irgendwo hinfahren müssen. Aber das sind so Dimensionen und die meisten leider Gottes, machen es halt wirklich, weil die Drogenabhängigkeit so arg ist. Die gehen dann und holen sich einen Fix, so nennen sie das. Das sind Tabletten, ähm, die sie zerstampfen und dann hauen sie Bierflaschen zusammen und nehmen halt nur diesen letzten Teil runter, diesen, wie nennt man das?
00:25:16: Den Hals. Den Hals und dann tun sie Folie drüber und das rauchen sie dann. Und das ist halt einer und leider machen das wirklich viele Junge auch schon. Logischerweise, weil die kennen es nicht anders. Ähm, und viele natürlich auch ums Überleben, aber du sollst halt auch, du musst wirklich aufpassen, nichts herumliegen lassen. Wir haben im Auto eine Jacke drinnen liegen lassen ein Handtuch.
00:25:32: hat unser Security-Guy gleich gesagt: "Nehmt alles raus." Das ist, die suchen nur nach Sachen, wo sie irgendwie verkaufen können, damit sie sich halt, ja, entweder was zum Essen oder halt Drogen kaufen können. Und das muss man einfach ganz klar sagen: Das ist, das gehört dazu zu Kapstadt. Das ist auch so. Ja, ganz genau.
00:25:48: Kapstadt ist nun, ist nicht nur das, sondern hat immer noch mit den gleichen Problemen, äh, nur in einem anderen Mantel zu kämpfen. Es ist immer noch eine große Trennung. Ähm, es gibt zwar schon Gesetze, ähm, dass jetzt Unternehmen Menschen einstellen müssen, die ein gewisses Aussehen haben, einfach, ja.
00:26:04: Da sagen sie: "Okay, ihr müsst Blacks einstellen, ihr müsst Colored einstellen." Ähm, aber die Regierung ist sehr korrupt und ist nicht da für sie, für ihre eigene Leute. Und, und auch Oliver, unser Guide, hat gemeint, hey, er wird in diesem Leben es nicht erfahren, dass es wirklich keine Apartheid mehr gibt, dass dieses Land wirklich auf Vordermann kommt.
00:26:23: Man muss auch ist so ein bisschen ernüchternd einfach, weil man, man sieht so, ja, Videos: Ja, unbedingt dahin und es ist so geil und es ist so günstig und keine Ahnung was und da immer Leute... Es ist auch nicht so günstig, muss man sagen, für die Leute, die dort wohnen. Ja. Für uns schon, weil wir verdienen halt als Achtzehnfacher. Ich kriege nicht für der Ashley zwölf Euro, siebzehn Euro die Woche, sprich mal vier im Monat, nicht einmal unter hundert Euro.
00:26:43: Ähm, wir verdienen so viel mehr wie die und es wird vor Ort immer schwieriger, weil die Lebensmittel, es wird alles teurer. Die, die-- teilweise können sich die eigenen Leute die Miete nicht mehr leisten beziehungsweise es gibt wenig Angebot, weil in die, in die Areas halt alles als Airbnb umgemünzt wird. Das muss man auch ganz klar sagen.
00:26:59: Also das, das Land ist so, so, so schön und wir müssen da hinfahren. Das muss man dazu sagen, weil die leben und die brauchen uns schon, uns Touristen. Aber ich glaube, es ist auch mal wichtig zu erwähnen, hey, was spielt sich wirklich ab? So, und auch da wieder: Man kann einfach nur dumm rennen mit tausend Cartier-Armbändern und Van Cleefs und weiß nicht was, sondern man muss sich schon ans Land auch anpassen, ja.
00:27:17: Und dann, und sich dann wundern: "Hey, ich bin überfallen worden." Wenn es herausfordert, das ist überall so, dann ist es halt auch so. Und ich glaube, man muss auch, wenn man in ein Land reist, sich das vorher ansehen, so wie wir nach Japan gereist sind auch mal gewusst, es gibt eine Etikette. Ähm, man sagt so Danke, man buckt sich, man, man zeigt Respekt und so was gibt es in, in Südafrika auch.
00:27:35: Das ist ganz einfach. Das Land ist, also ist-- für mich ist das einer magischsten Orte auf der Welt. Das muss ich wirklich, wirklich, wirklich sagen. Aber warum? Weil die Leute machen es so magisch. Stimmt. Es ist einfach so. Ja, sehr herzlich, sehr liebevoll einfach und, und- Dankbar. dankbar und, und einfach so rein, ne.
00:27:52: Du siehst Menschen, die, die tanzen einfach am Strand. Oder sie tanzen auf der Straße. Sie haben auch eine Freiheit, Freiheit am Leben. der Busstation, gell? Genau, das tut... Ja. Das war so ein schöner Moment. Denkst du: Hey! Ja. Die tanzen einfach. Und nicht, weil irgendwas wollen von dir, sondern einfach, weil sie- -eine coole Zeit haben und einfach eine Lebensfreude haben und die sind noch nicht so verbraucht und so verzogen wie wir in Europa.
00:28:12: verdorben auch nicht. Muss man wirklich sagen. Also da müssen wir uns alle immer an den eigenen, an die eigene Nase fassen und denken: Okay, ich bleibe am Boden, ich bleibe demütig, weil je mehr ich habe, finde ich, desto mehr Demut brauchst du einfach und, ähm, Wertschätzung. Aber das darf nie verloren gehen, ja, für das, was wir haben, einfach.
00:28:27: Ähm, das heißt nicht, dass wir uns schlecht fühlen müssen für das, was wir haben. Überhaupt nicht. Oder dass wir keine Probleme haben dürfen. Aber ich glaube, dass Weil jetzt auf der, auf der Arbeit blöd zu dir war. Voll. Doch, das sind deine Probleme. Alles gut, aber immer wieder in Relation setzen. Ähm, das hilft einem, glaube ich, wieder, auf, auf eine gute Bahn zu kommen.
00:28:43: Zu sagen: "Hey, schau mal, das ist wirklich im Leben so und ich kann nichts dafür, dass ich hier geboren bin und der nichts dafür, dass er dort geboren wurde. Bleiben wir doch Mensch, bleiben wir Mensch und, und freuen uns auch an den kleinen Dingen, weil die machen uns aus im Leben. Und das ist das, was-- deshalb war uns der Podcast so wichtig.
00:28:58: Wir könnten jetzt noch, ähm, eine halbe Stunde herumphilosophieren, wie schön das Land ist, was wir nicht alles gemacht haben. Ähm, ich glaube, es ist rübergekommen, dass wir uns in Kapstadt absolut verliebt haben und, und eben vor allem in die Natur, die Menschen. Die machen es so besonders und Begegnungen mit Ashley. Und ich glaube, die Bottom-Line von dem Podcast ist: Ähm, seid dankbar.
00:29:16: Einfach auch bewusst wieder mal, ja, dass man sich rausschaut. Heute scheint die Sonne in Wien, es ist Dienstag, wir zeichnen auf, der Podcast geht jetzt dann live. Ich bin dankbar, dass ich heute aufstehen darf. Morgen wird's wieder schirch, aber heute ist schön. Und ich glaube, dass man einfach sagt, nicht so: "Ja, aber dann wird's wieder schirch." Nein, heute ist schön. Und ich glaube, das sind die Dinge. Und bitte, bitte, bitte, geht's manchmal aus eurer Komfortzone raus.
00:29:35: Schenkt's anderen Leuten Aufmerksamkeit. Wir haben es erlebt und ich weiß ja einfach, und diese Büros haben sich so, so positiv verändern können. Einfach nur, weil wir zugehört haben, weil wir haben was Gutes getan haben. Und ja, und das ist das, worum es geht im Leben.
00:29:50: Und, ähm, ja, in diesem Sinne, jetzt haben wir genau eine halbe Stunde geredet. Ich bin jetzt Call, ähm, aber ich glaube, der Podcast ist viel smoother, viel runder als wie der letzte, den wir am Flughafen zwischen Bier und gemacht haben. Ähm, danke für deine Zeit. Euch danke fürs Zuhören und ähm, ja, wie immer: Bewertet uns, schickt's uns weiter und empfehlt uns weiter.
00:30:10: Ich glaube, solche Podcasts sind immer wieder ein guter Reminder, worum es wirklich geht. In diesem Sinne: vielen, vielen Dank! Danke schön.
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